In deutschen Backstuben gilt der schneller Puddingkuchen mit Streusel seit Generationen als unschlagbarer Klassiker, der selbst die besten Familienrezepte herausfordert. Dieser traditionelle Blechkuchen vereint eine zarte Hefeteigbasis mit einer samtigen Vanillepuddingschicht und knusprigen Butterstreuseln zu einem harmonischen Ganzen. Die perfekte Balance zwischen Cremigkeit und Knusprigkeit macht diesen Kuchen zum idealen Begleiter für Kaffeekränzchen und Familientreffen.
Was diesen Kuchen besonders auszeichnet, ist seine überraschende Einfachheit bei gleichzeitig beeindruckendem Ergebnis. Während Großmutters Version oft stundenlange Vorbereitung erforderte, lässt sich diese moderne Interpretation deutlich zeitsparender umsetzen, ohne dabei Kompromisse beim Geschmack einzugehen. Die Kombination aus fertigem Pudding und vereinfachtem Teig verkürzt die Arbeitszeit erheblich, sodass selbst unerfahrene Bäcker zu einem gelungenen Ergebnis kommen.
Der Streuselkuchen mit Puddingfüllung verkörpert deutsche Backkunst in ihrer gemütlichsten Form und beweist, dass traditionelle Rezepte durchaus mit zeitgemäßen Anforderungen vereinbar sind.
25
40
facile
€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Hefeteig vorbereiten
Das Mehl in eine große Rührschüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die Trockenhefe, den Zucker und eine Prise Salz in die Mulde geben. Die Milch leicht erwärmen, sodass sie handwarm ist – dies bedeutet etwa 37 Grad Celsius, die Temperatur sollte angenehm auf der Haut sein. Die lauwarme Milch über die Hefemischung gießen und mit etwas Mehl vom Rand zu einem Vorteig verrühren. Diesen Vorteig etwa 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden.
2. Teig fertigstellen
Die geschmolzene, aber abgekühlte Butter zum Vorteig geben und alles mit dem Handrührgerät zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und eine elastische Konsistenz aufweisen. Falls der Teig zu klebrig erscheint, esslöffelweise etwas Mehl hinzufügen. Den fertigen Teig nochmals 20 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen, damit er sein Volumen vergrößern kann.
3.
Während der Teig ruht, das Puddingpulver mit 6 Esslöffeln der kalten Milch und dem Zucker in einer Tasse glatt rühren. Die restliche Milch in einem Topf zum Kochen bringen. Sobald die Milch kocht, vom Herd nehmen und das angerührte Puddingpulver unter ständigem Rühren einrühren. Wichtig ist das kontinuierliche Rühren, damit keine Klumpen entstehen. Den Pudding kurz aufkochen lassen, dann vom Herd nehmen und mit Frischhaltefolie direkt auf der Oberfläche abdecken, um Hautbildung zu verhindern. Vollständig abkühlen lassen.
4.
Für die Streusel das Mehl, den Zucker, Vanillezucker und die kalte, in Stückchen geschnittene Butter in eine Schüssel geben. Mit den Händen oder einer Gabel zu groben Streuseln verarbeiten. Streusel sind kleine, krümelige Teigstückchen, die durch das Verreiben von Butter mit Mehl und Zucker entstehen. Die Butter sollte dabei kalt bleiben, damit die Streusel ihre krümelige Struktur behalten. Die fertigen Streusel bis zur Verwendung kühl stellen.
5.
Den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen oder dünn einfetten. Den Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und dann auf die Größe des Backblechs ausrollen. Den Teig sollte etwa einen halben Zentimeter dick sein. Den ausgerollten Teig vorsichtig auf das vorbereitete Blech legen und gleichmäßig verteilen, dabei einen kleinen Rand hochziehen.
6.
Den abgekühlten Pudding gleichmäßig auf dem Hefeteig verstreichen, dabei den hochgezogenen Rand freilassen. Mit einem Teigschaber oder Löffelrücken den Pudding in einer gleichmäßigen Schicht verteilen. Anschließend die vorbereiteten Streusel großzügig über die Puddingschicht streuen, sodass die gesamte Oberfläche bedeckt ist. Die Streusel dabei nicht andrücken, sondern locker aufstreuen.
7.
Das Blech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und etwa 35 bis 40 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn die Streusel goldbraun sind und der Teigrand leicht gebräunt ist. Eine Stäbchenprobe im Teigbereich sollte sauberes Holz zeigen. Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und auf dem Blech vollständig auskühlen lassen, bevor er angeschnitten wird. Dies verhindert, dass der Pudding beim Schneiden verläuft.
Tipp vom Chefkoch
Um besonders knusprige Streusel zu erhalten, können Sie einen Teelöffel Zimt oder geriebene Zitronenschale in die Streuselmischung geben. Für eine noch cremigere Puddingschicht lässt sich ein Esslöffel Butter unter den noch warmen Pudding rühren. Wer möchte, kann zwischen Teig und Pudding zusätzlich eine dünne Schicht Aprikosenmarmelade streichen, was dem Kuchen eine fruchtige Note verleiht. Der Kuchen lässt sich hervorragend vorbereiten und hält sich in einer Kuchenbox bei Zimmertemperatur etwa drei Tage frisch. Für Variationen können Sie dem Pudding Schokoladenpulver beimischen oder Mandelblättchen unter die Streusel mischen.
Passende Getränke zum Puddingkuchen
Zu diesem klassischen deutschen Blechkuchen passt hervorragend ein frisch gebrühter Filterkaffee oder eine Tasse aromatischer Schwarztee. Die leichte Bitterkeit des Kaffees bildet einen angenehmen Kontrast zur Süße des Kuchens. Für Kinder und Teeliebhaber empfiehlt sich ein milder Früchtetee oder eine heiße Schokolade.
Besonders stimmungsvoll wird die Kaffeetafel mit einem Milchkaffee nach deutscher Art, bei dem Kaffee und aufgeschäumte Milch zu gleichen Teilen gemischt werden. An warmen Tagen harmoniert der Kuchen auch wunderbar mit einem gekühlten Eiskaffee oder Eistee. Für festliche Anlässe darf es auch ein Glas Prosecco sein, dessen Frische die Cremigkeit des Puddings ausbalanciert.
Zusätzliche Info
Der Puddingkuchen mit Streuseln gehört zu den beliebtesten Blechkuchen der deutschen Backtradition und hat seine Wurzeln in der ländlichen Kaffeekultur des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich entwickelt als praktischer Sonntagskuchen, der viele Gäste satt macht, vereint er erschwingliche Zutaten zu einem festlichen Gebäck.
Besonders in Norddeutschland und Westfalen genießt dieser Kuchen Kultstatus und wird traditionell zu Familienfesten serviert. Die Kombination aus Hefe, Pudding und Streuseln gilt als Dreifaltigkeit der deutschen Backstube und zeigt die Vorliebe für substanzielle, sättigende Backwaren. Während früher der Pudding stets frisch gekocht wurde, erleichtern moderne Fertigprodukte die Zubereitung erheblich.
Interessanterweise variiert das Rezept regional stark: Manche Regionen bevorzugen einen dünneren Hefeboden, andere setzen auf dickere Puddingschichten. In manchen Familien wird der Kuchen mit Kirschen oder Pflaumen ergänzt, wodurch er zum Obstblechkuchen wird.



