Die Ratatouille ist weit mehr als ein einfaches Gemüsegericht aus der Provence. Sie verkörpert die Essenz der mediterranen Küche: frische Zutaten, einfache Zubereitung und ein Geschmackserlebnis, das jeden Gaumen verzaubert. Dieses traditionelle französische Gericht hat seinen Ursprung in Nizza und wurde durch Generationen von Köchen verfeinert. Heute präsentieren wir eine gelingsichere Version, die selbst Kochanfänger problemlos meistern können. Die Kunst liegt in der richtigen Reihenfolge beim Garen der Gemüse und in der geduldigen Zubereitung, die jedem Bestandteil Zeit gibt, sein volles Aroma zu entfalten.
Was diese Ratatouille besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit. Sie schmeckt warm ebenso köstlich wie kalt, als Hauptgericht oder Beilage. Die Kombination aus Auberginen, Zucchini, Paprika und Tomaten liefert nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern auch eine Farbexplosion auf dem Teller. Mit den richtigen Gewürzen und etwas Geduld verwandeln Sie einfaches Gemüse in ein mediterranes Festmahl.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Gemüse
Waschen Sie alle Gemüse gründlich unter fließendem Wasser. Schneiden Sie die Auberginen in etwa 2 cm große Würfel. Geben Sie diese in eine Schüssel, bestreuen Sie sie großzügig mit Salz und lassen Sie sie 15 Minuten ruhen. Dieser Schritt nennt sich dégorger und hilft, die Bitterstoffe aus den Auberginen zu ziehen. Währenddessen schneiden Sie die Zucchini ebenfalls in gleichgroße Würfel. Die Paprika halbieren, entkernen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Tomaten kreuzweise einritzen, kurz in kochendes Wasser tauchen, dann häuten und würfeln. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken.
2. Auberginen vorbereiten
Nach 15 Minuten spülen Sie die Auberginenwürfel unter kaltem Wasser ab und tupfen sie mit Küchenpapier gründlich trocken. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Auberginen beim Braten schön knusprig werden und nicht zu viel Öl aufsaugen. Je trockener die Oberfläche, desto besser das Ergebnis.
3. Gemüse einzeln anbraten
Erhitzen Sie in einer großen Pfanne 2 Esslöffel Olivenöl bei mittlerer bis hoher Hitze. Braten Sie zunächst die Auberginenwürfel portionsweise goldbraun an. Nehmen Sie sie heraus und legen Sie sie beiseite. Geben Sie erneut etwas Öl in die Pfanne und braten Sie die Zucchini an, bis sie leichte Bräunungsspuren zeigen. Auch diese zur Seite stellen. Wiederholen Sie den Vorgang mit den Paprikastücken. Das separate Anbraten ist entscheidend, denn jedes Gemüse hat eine andere Garzeit und entwickelt so sein eigenes Röstaroma.
4. Basis zubereiten
Im selben Bräter oder einer großen, tiefen Pfanne erhitzen Sie 3 Esslöffel Olivenöl. Dünsten Sie die gehackten Zwiebeln bei mittlerer Hitze glasig an, das dauert etwa 5 Minuten. Fügen Sie den Knoblauch hinzu und braten Sie ihn kurz mit, bis er duftet. Geben Sie das Tomatenmark dazu und rösten Sie es 2 Minuten unter ständigem Rühren. Dieser Schritt intensiviert den Tomatengeschmack erheblich.
5. Tomaten hinzufügen
Geben Sie nun die gewürfelten Tomaten in den Topf. Fügen Sie den Teelöffel Zucker hinzu, der die natürliche Säure der Tomaten ausgleicht. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Rühren Sie die Herbes de Provence, den Thymian und die Lorbeerblätter unter. Lassen Sie die Tomatenmischung bei mittlerer Hitze 10 Minuten köcheln, bis sie leicht eingedickt ist und eine sämige Konsistenz hat.
6. Gemüse zusammenführen
Geben Sie nun das vorgebratene Gemüse zur Tomatenbasis: zuerst die Auberginen, dann die Paprika und zuletzt die Zucchini. Rühren Sie vorsichtig um, damit alle Zutaten von der aromatischen Tomatensauce umhüllt werden. Reduzieren Sie die Hitze auf niedrig.
7. Schmoren lassen
Decken Sie den Topf mit einem Deckel ab und lassen Sie die Ratatouille 25 bis 30 Minuten bei sehr niedriger Hitze sanft schmoren. Rühren Sie gelegentlich vorsichtig um, um ein Anbrennen zu verhindern. Das Gemüse sollte weich sein, aber noch seine Form behalten. Dieser langsame Garprozess nennt sich mijoter und ermöglicht es den Aromen, sich vollständig zu vermählen.
8. Abschmecken und verfeinern
Entfernen Sie die Lorbeerblätter. Schmecken Sie die Ratatouille ab und korrigieren Sie die Würzung mit Salz und Pfeffer nach Bedarf. Reißen Sie frische Basilikumblätter grob und heben Sie sie unter. Das frische Basilikum verleiht dem Gericht eine wunderbare Frische und rundet den Geschmack perfekt ab.
9. Ruhen lassen
Nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen Sie die Ratatouille mindestens 10 Minuten ruhen. In dieser Zeit intensivieren sich die Aromen noch weiter. Viele Köche schwören darauf, dass Ratatouille am nächsten Tag noch besser schmeckt, wenn alle Zutaten über Nacht durchziehen konnten.
Tipp vom Chefkoch
Die Ratatouille schmeckt am besten, wenn Sie sie einen Tag im Voraus zubereiten und über Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen. Beim Aufwärmen entfalten sich die Aromen noch intensiver. Sie können die Ratatouille auch einfrieren und bis zu drei Monate aufbewahren. Für eine besonders elegante Präsentation können Sie das Gemüse in dünne Scheiben schneiden und schichtweise in einer Auflaufform arrangieren, bevor Sie es im Ofen garen. Diese Variante nennt sich Tian und ist optisch besonders ansprechend. Wenn Sie möchten, können Sie am Ende einen Schuss Balsamico-Essig hinzufügen, der dem Gericht eine zusätzliche geschmackliche Tiefe verleiht.
Die perfekte Weinbegleitung
Zur Ratatouille passt hervorragend ein Rosé aus der Provence, der die mediterrane Herkunft des Gerichts unterstreicht. Ein Côtes de Provence oder ein Bandol Rosé mit seiner fruchtigen Note und seiner leichten Struktur harmoniert perfekt mit den geschmorten Gemüsen. Alternativ empfiehlt sich ein leichter Rotwein wie ein Côtes du Rhône oder ein junger Beaujolais.
Für Weißweinliebhaber ist ein trockener Weißwein aus dem Languedoc oder ein Vermentino aus Korsika eine ausgezeichnete Wahl. Die Frische und Mineralität dieser Weine ergänzen die Tomatensäure wunderbar. Servieren Sie den Wein gut gekühlt bei 10 bis 12 Grad.
Zusätzliche Info
Die Ratatouille stammt ursprünglich aus Nizza und der Provence und wurde erstmals im 18. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Der Name leitet sich vom französischen Verb touiller ab, was so viel wie ‚umrühren‘ bedeutet. Ursprünglich war es ein einfaches Bauernessen, bei dem überschüssiges Sommergemüse verwertet wurde.
Das Gericht erlangte weltweite Berühmtheit durch den Pixar-Film ‚Ratatouille‘ aus dem Jahr 2007. Die im Film gezeigte elegante Version ist eigentlich ein Confit byaldi, eine raffinierte Interpretation des klassischen Rezepts, die vom französischen Sternekoch Michel Guérard entwickelt wurde.
In der traditionellen provenzalischen Küche wird jedes Gemüse einzeln zubereitet und erst am Ende zusammengefügt. Diese Methode, die wir in unserem Rezept verwenden, garantiert, dass jede Zutat ihre eigene Textur und ihr charakteristisches Aroma behält. Die schnellere Variante, bei der alle Zutaten zusammen geschmort werden, ist ebenfalls verbreitet, ergibt aber ein weniger differenziertes Geschmackserlebnis.
Ratatouille ist nicht nur köstlich, sondern auch äußerst gesund. Sie liefert reichlich Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien. Das Olivenöl trägt gesunde ungesättigte Fettsäuren bei, während die verschiedenen Gemüsesorten ein breites Spektrum an Nährstoffen bieten.



