In Zeiten, in denen minimalistische Küche und schnelle Zubereitung im Trend liegen, erobern Linsen-Pfannkuchen die heimischen Herde. Diese herzhaften Fladen aus nur drei Zutaten beweisen eindrucksvoll, dass gute Küche keine endlose Zutatenliste benötigt. Rote Linsen, Wasser und eine Prise Salz genügen, um proteinreiche, glutenfreie Pfannkuchen zu zaubern, die sowohl zum Frühstück als auch als Beilage oder Hauptgericht überzeugen. Die Hülsenfrüchte liefern wertvolles pflanzliches Eiweiß und machen lange satt, während die Zubereitung selbst Kochanfänger nicht überfordert. Minimalistisch bedeutet hier nicht geschmacklos, sondern konzentriert auf das Wesentliche. Diese Entdeckung aus der orientalischen Küche hat längst ihren Weg in moderne, gesundheitsbewusste Haushalte gefunden.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. die Linsen einweichen
Die roten Linsen in eine Schüssel geben und gründlich unter fließendem Wasser abspülen, bis das Wasser klar bleibt. Anschließend die Linsen mit den 400 ml Wasser bedecken und mindestens 4 Stunden, idealerweise über Nacht, einweichen lassen. Dieser Schritt ist entscheidend, denn durch das Einweichen werden die Linsen weich und lassen sich später problemlos zu einem glatten Teig verarbeiten. Das Einweichen reduziert außerdem die Garzeit und macht die Linsen bekömmlicher, da schwer verdauliche Stoffe ins Wasser übergehen.
2. den Teig zubereiten
Nach der Einweichzeit das Einweichwasser abgießen und die Linsen nochmals kurz abspülen. Die eingeweichten Linsen zusammen mit 300 ml frischem Wasser und dem Teelöffel Salz in einen Standmixer oder ein hohes Gefäß für den Stabmixer geben. Nun alles für etwa 2 bis 3 Minuten auf höchster Stufe mixen, bis eine völlig glatte, cremige Masse entsteht. Der Teig sollte die Konsistenz von dickflüssigem Pfannkuchenteig haben, ähnlich wie bei klassischen Crêpes. Falls der Teig zu dick erscheint, einfach esslöffelweise Wasser hinzufügen und erneut kurz durchmixen. Die richtige Konsistenz erkennt man daran, dass der Teig langsam vom Löffel fließt, aber nicht wässrig ist.
3. den Teig ruhen lassen
Den fertigen Linsenteig in eine Schüssel umfüllen und für etwa 15 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Während dieser Ruhephase quellen die feinen Linsenstückchen nach und der Teig bekommt eine noch homogenere Struktur. Dies ist ein wichtiger Schritt, den man nicht überspringen sollte, denn die Pfannkuchen werden dadurch stabiler und lassen sich besser wenden. In dieser Zeit kann man bereits die Pfanne vorbereiten und eventuelle Beilagen oder Toppings herrichten.
4. die Pfannkuchen ausbacken
Eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen und etwa einen halben Esslöffel Pflanzenöl hineingeben. Das Öl sollte die gesamte Pfannenfläche dünn bedecken. Mit einer Schöpfkelle oder einem kleinen Messbecher etwa 80 bis 100 ml Teig in die Pfanne gießen und durch leichtes Schwenken der Pfanne gleichmäßig verteilen. Der Pfannkuchen sollte etwa 3 bis 4 Minuten backen, bis die Oberfläche matt wird und sich kleine Bläschen bilden. Die Unterseite muss goldbraun sein, bevor man wendet. Mit einem flachen Pfannenwender vorsichtig den Pfannkuchen umdrehen und die zweite Seite weitere 2 bis 3 Minuten backen. Wichtig ist, die Hitze nicht zu hoch einzustellen, da die Pfannkuchen sonst außen verbrennen, während sie innen noch roh bleiben.
5. die restlichen Pfannkuchen backen
Den fertigen Pfannkuchen auf einen vorgewärmten Teller legen und warm halten, während die restlichen Pfannkuchen gebacken werden. Vor jedem neuen Pfannkuchen erneut etwas Öl in die Pfanne geben und den Teig gut umrühren, da sich die Linsenmasse am Boden absetzen kann. Aus der angegebenen Teigmenge entstehen etwa 6 bis 8 Pfannkuchen, je nach Größe der Pfanne. Die fertigen Fladen können gestapelt werden, da sie nicht zusammenkleben. Für eine knusprigere Variante etwas mehr Öl verwenden und bei etwas höherer Temperatur backen.
Tipp vom Chefkoch
Den Linsenteig kann man hervorragend am Vorabend vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Vor der Verwendung einfach nochmals gut durchrühren und eventuell etwas Wasser hinzufügen, falls er zu dick geworden ist. Die fertigen Pfannkuchen lassen sich auch wunderbar einfrieren. Dazu die abgekühlten Fladen mit Backpapier zwischen den einzelnen Schichten in einen Gefrierbeutel legen. Bei Bedarf können sie direkt aus dem Gefrierfach in der Pfanne oder im Toaster aufgewärmt werden. Für eine würzigere Variante können dem Teig fein gehackte Kräuter, Kreuzkümmel, Kurkuma oder Knoblauchpulver hinzugefügt werden. Experimentierfreudige Köche können auch einen Teil des Wassers durch Gemüsebrühe ersetzen, was den Pfannkuchen eine zusätzliche Geschmacksdimension verleiht. Die Pfannkuchen eignen sich hervorragend als Wrap-Ersatz und können mit verschiedensten Füllungen kombiniert werden.
passende Getränke zu herzhaften Linsen-Pfannkuchen
Zu diesen herzhaften, proteinreichen Pfannkuchen passen besonders gut leichte, frische Weißweine wie ein trockener Riesling oder ein Grauburgunder. Die dezente Säure dieser Weine harmoniert ausgezeichnet mit der erdigen Note der Linsen. Wer einen Rotwein bevorzugt, sollte zu einem leichten Spätburgunder oder einem fruchtigen Dornfelder greifen, die nicht zu schwer sind und die feinen Aromen nicht überdecken. Für die alkoholfreie Variante empfiehlt sich ein Ayran, das traditionelle türkische Joghurtgetränk, oder ein frisch gepresster Gemüsesaft aus Karotten, Sellerie und Ingwer. Auch ein gekühlter Kräutertee mit Minze passt hervorragend, besonders wenn die Pfannkuchen mit orientalischen Gewürzen verfeinert wurden. Ein Glas Buttermilch oder Kefir rundet die Mahlzeit ebenfalls wunderbar ab und unterstützt die Verdauung der proteinreichen Hülsenfrüchte.
Zusätzliche Info
Linsen-Pfannkuchen haben ihre Wurzeln in der indischen und orientalischen Küche, wo Hülsenfrüchte seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle in der Ernährung spielen. In Indien kennt man ähnliche Zubereitungen unter dem Namen Dosa oder Chilla, wobei dort oft eine Mischung aus verschiedenen Linsen und Reis verwendet wird. Die Reduktion auf nur drei Zutaten ist eine moderne Interpretation, die den minimalistischen Kochtrend aufgreift. Rote Linsen eignen sich besonders gut für diese Zubereitung, da sie im Gegensatz zu grünen oder braunen Linsen geschält sind und keine Schale mehr besitzen. Dadurch werden sie beim Einweichen sehr weich und lassen sich mühelos zu einer glatten Masse verarbeiten. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind diese Pfannkuchen wahre Kraftpakete: Sie enthalten etwa 25 Prozent Protein, sind reich an Ballaststoffen, Eisen und B-Vitaminen. Gleichzeitig sind sie von Natur aus glutenfrei und damit für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit bestens geeignet. In der veganen Küche haben sich Linsen-Pfannkuchen als vielseitige Alternative zu eierhaltigen Pfannkuchen etabliert. Sie können sowohl herzhaft als auch leicht süßlich zubereitet werden und dienen als Basis für unzählige Variationen.



