Spitzkohl aus dem Ofen: Der schmeckt wirklich spitze!

Spitzkohl aus dem Ofen: Der schmeckt wirklich spitze!

Der Spitzkohl aus dem Ofen erlebt derzeit ein bemerkenswertes Comeback in deutschen Küchen. Lange Zeit unterschätzt, erobert dieses zarte Kohlgemüse nun die Herzen von Hobbyköchen und Feinschmeckern gleichermaßen. Seine kegelförmige Gestalt und die hellgrünen, zarten Blätter machen ihn nicht nur optisch attraktiv, sondern auch geschmacklich zu einem wahren Highlight. Im Ofen gegart, entwickelt der Spitzkohl eine wunderbare Süße und eine angenehme Röstaromatik, die selbst eingefleischte Kohlskeptiker überzeugt.

Die Zubereitung im Backofen ist denkbar einfach und liefert konstant hervorragende Ergebnisse. Während der Kohl sanft vor sich hingart, habt ihr Zeit für andere Aufgaben oder könnt euch entspannt zurücklehnen. Das Gemüse benötigt kaum Aufmerksamkeit und verwandelt sich wie von selbst in eine köstliche Beilage oder ein vollwertiges vegetarisches Hauptgericht. Mit der richtigen Würzung und einigen cleveren Kniffen wird dieser Ofenspitzkohl zu einem Gericht, das ihr immer wieder zubereiten möchtet.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Spitzkohls

Heizt zunächst euren Backofen auf 200 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vor. Während der Ofen aufheizt, widmet ihr euch dem Spitzkohl. Entfernt die äußeren Blätter, falls sie welk oder beschädigt sein sollten. Wascht den Kohl gründlich unter fließendem kaltem Wasser und schüttelt ihn vorsichtig trocken. Legt den Spitzkohl auf ein stabiles Schneidebrett und schneidet ihn der Länge nach in vier gleichmäßige Spalten. Achtet darauf, dass der Strunk (der feste Kern am unteren Ende des Kohls) an jedem Viertel erhalten bleibt, damit die Blätter zusammenhalten. Schneidet den harten Teil des Strunks nur minimal weg, etwa einen halben Zentimeter.

2. Würzmarinade herstellen

Jetzt bereitet ihr die aromatische Würzmischung zu, die dem Spitzkohl seinen unvergleichlichen Geschmack verleiht. Gebt das Olivenöl in eine kleine Schüssel. Schält die Knoblauchzehen und presst sie durch eine Knoblauchpresse direkt in das Öl. Alternativ könnt ihr den Knoblauch auch sehr fein hacken. Fügt das Meersalz, den frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, das Paprikapulver und den Kreuzkümmel hinzu. Der Kreuzkümmel verleiht eine leicht erdige, würzige Note, die wunderbar mit der natürlichen Süße des Kohls harmoniert. Rührt den Zitronensaft und den Honig unter. Der Honig karamellisiert während des Backens leicht und sorgt für eine appetitliche Bräunung und zusätzliche Geschmackstiefe.

3. Spitzkohl marinieren

Legt ein Backblech mit Backpapier aus. Das verhindert, dass der Kohl am Blech festklebt und erleichtert später die Reinigung erheblich. Arrangiert die vier Kohlspalten mit der Schnittfläche nach oben auf dem Blech. Nehmt nun einen Backpinsel zur Hand und bestreicht jede Kohlspalte großzügig mit der vorbereiteten Würzmarinade. Achtet darauf, dass die Marinade gleichmäßig verteilt wird und auch zwischen die einzelnen Blätter gelangt. Dreht die Spalten vorsichtig um und bestreicht auch die Rückseite mit der restlichen Marinade. Je intensiver ihr mariniert, desto aromatischer wird das Endergebnis.

4. Im Ofen garen

Schiebt das Backblech auf die mittlere Schiene eures vorgeheizten Ofens. Der Spitzkohl benötigt nun etwa 30 bis 35 Minuten, um perfekt zu garen. Nach etwa 20 Minuten solltet ihr einmal nachschauen und die Kohlspalten vorsichtig wenden, damit sie von beiden Seiten gleichmäßig bräunen. Die Ränder sollten leicht karamellisieren und eine goldbraune Farbe annehmen, während das Innere zart und saftig bleibt. Wenn ihr mit einer Gabel in den dicksten Teil des Kohls stecht und diese mühelos eindringt, ist der Spitzkohl fertig. Die äußeren Blätter dürfen ruhig etwas knusprig werden, das sorgt für einen schönen Texturkontrast.

5. Finishing und Servieren

Während der letzten fünf Minuten im Ofen röstet ihr die Sesamsamen in einer kleinen Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze. Schwenkt die Pfanne regelmäßig, damit die Samen nicht verbrennen. Sie sind fertig, wenn sie leicht gebräunt sind und herrlich duften. Nehmt den Spitzkohl aus dem Ofen und lasst ihn etwa zwei Minuten ruhen. Wascht die Petersilie, schüttelt sie trocken und hackt sie fein. Arrangiert die Kohlspalten auf einer vorgewärmten Servierplatte oder direkt auf den Tellern. Bestreut sie großzügig mit den gerösteten Sesamsamen und der frischen Petersilie. Ein zusätzlicher Spritzer Zitronensaft direkt vor dem Servieren hebt die Aromen noch einmal wunderbar hervor und sorgt für Frische.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Für eine mediterrane Variante könnt ihr den Spitzkohl zusätzlich mit getrockneten Tomaten, Oliven und Feta-Käse garnieren. Wer es schärfer mag, fügt der Marinade eine fein gehackte Chilischote oder etwas Chiliflocken hinzu. Der Spitzkohl lässt sich hervorragend vorbereiten: mariniert ihn bereits am Vortag und bewahrt ihn abgedeckt im Kühlschrank auf. Am nächsten Tag muss er dann nur noch in den Ofen. Reste schmecken am nächsten Tag kalt als Salat oder aufgewärmt als Beilage ebenfalls vorzüglich.

Passende Weinbegleitung

Zu diesem aromatischen Ofengemüse empfiehlt sich ein frischer Weißwein mit guter Säurestruktur. Ein trockener Riesling aus der Pfalz oder von der Mosel harmoniert wunderbar mit den würzigen Noten und der natürlichen Süße des Spitzkohls. Die Zitrusaromen im Wein ergänzen den Zitronensaft in der Marinade perfekt.

Alternativ passt auch ein Grauburgunder mit seiner milden Art und seinem runden Körper ausgezeichnet. Für Rotweinliebhaber bietet sich ein leichter, fruchtiger Spätburgunder an, der nicht zu tanninreich sein sollte. Wer alkoholfreie Optionen bevorzugt, serviert einen gekühlten Apfel-Ingwer-Saft oder einen Kräutertee mit Zitrone.

Zusätzliche Info

Der Spitzkohl, auch Filderkraut oder Frühlingsweißkohl genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist eine Varietät des Weißkohls. Seine charakteristische spitze Form verdankt er einer jahrhundertelangen Züchtung, die vor allem in Süddeutschland, besonders auf den Fildern bei Stuttgart, intensive Pflege erfuhr. Dort wird seit dem 15. Jahrhundert eine besondere Sorte angebaut, die bis heute geschützt ist.

Im Vergleich zum klassischen Weißkohl ist der Spitzkohl deutlich zarter und bekömmlicher. Seine Blätter sind feiner, weniger fest und benötigen kürzere Garzeiten. Er enthält weniger Senföle, die bei manchen Menschen für Blähungen sorgen können. Ernährungsphysiologisch punktet der Spitzkohl mit einem hohen Gehalt an Vitamin C, Folsäure und Ballaststoffen. Mit nur etwa 20 Kalorien pro 100 Gramm ist er zudem ausgesprochen kalorienarm.

Die Hauptsaison für heimischen Spitzkohl liegt zwischen Mai und Juli, wobei er mittlerweile fast ganzjährig erhältlich ist. Beim Einkauf solltet ihr auf fest geschlossene Köpfe mit frischen, knackigen Blättern achten. Gelbe oder welke Außenblätter deuten auf längere Lagerung hin.

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