Goldbraun und unwiderstehlich knusprig – so gelingen perfekte Hasselback-Kartoffeln

Goldbraun und unwiderstehlich knusprig – so gelingen perfekte Hasselback-Kartoffeln

In der deutschen Küche gelten Hasselback-Kartoffeln längst als kulinarisches Meisterwerk, das Optik und Geschmack perfekt vereint. Diese schwedische Erfindung aus den 1950er-Jahren hat sich weltweit einen Namen gemacht und begeistert durch ihre charakteristischen, fächerartigen Einschnitte, die während des Backens zu knusprigen, goldbraunen Kanten werden. Die Zubereitung erfordert etwas Fingerspitzengefühl, doch das Ergebnis rechtfertigt jeden Handgriff: außen herrlich kross, innen butterzart. Dieser Beitrag führt durch alle Schritte, damit das beliebte Beilagengericht zu Hause genauso gelingt wie in Spitzenrestaurants.

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moyen

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Kartoffeln

Den Backofen auf 200 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser abbürsten, um Erde und Schmutz zu entfernen. Die Schale bleibt dabei unbedingt dran, denn sie sorgt später für die gewünschte Knusprigkeit. Jede Kartoffel trocken tupfen und auf ein Schneidebrett legen.

2. Einschneiden der Kartoffeln

Nun kommt der entscheidende Schritt: zwei Essstäbchen parallel zueinander links und rechts neben eine Kartoffel legen. Diese dienen als Schnittschutz und verhindern, dass man versehentlich komplett durch die Kartoffel schneidet. Mit einem scharfen Messer im Abstand von etwa 3 Millimetern senkrechte Einschnitte in die Kartoffel machen. Die Essstäbchen stoppen die Klinge automatisch, sodass der untere Teil der Kartoffel intakt bleibt. Diesen Vorgang bei allen acht Kartoffeln wiederholen.

3. Gewürzbutter herstellen

Die Butter in einer kleinen Schüssel in der Mikrowelle oder im Wasserbad schmelzen lassen. Das Olivenöl hinzufügen und gut vermischen. Anschließend Knoblauchpulver, getrockneten Thymian, getrockneten Rosmarin, Paprikapulver, Meersalz und schwarzen Pfeffer einrühren. Diese aromatische Mischung bildet die Grundlage für den unwiderstehlichen Geschmack der Hasselback-Kartoffeln.

4. Kartoffeln würzen

Die eingeschnittenen Kartoffeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Mit einem Backpinsel großzügig die Gewürzbutter über und zwischen die Kartoffelscheiben streichen. Dabei darauf achten, dass die Butter wirklich in die Zwischenräume gelangt, denn dort entsteht später die besondere Röstaromatik. Die Hälfte der Butter für später aufbewahren.

5. Erster Backvorgang

Das Backblech in den vorgeheizten Ofen schieben und die Kartoffeln 35 Minuten backen. In dieser Zeit öffnen sich die Einschnitte wie ein Fächer, und die Kartoffeln beginnen, ihre charakteristische Form anzunehmen. Die Feuchtigkeit entweicht, während die Stärke an der Oberfläche zu karamellisieren beginnt.

6. Nachbuttern und fertig backen

Nach 35 Minuten das Backblech aus dem Ofen nehmen. Die Kartoffeln erneut mit der restlichen Gewürzbutter bestreichen, besonders zwischen den einzelnen Scheiben. Den geriebenen Parmesan gleichmäßig über die Kartoffeln streuen. Zurück in den Ofen schieben und weitere 20 Minuten backen, bis die Kanten goldbraun und knusprig sind und der Käse geschmolzen ist.

7. Garprobe durchführen

Mit einem Holzspieß oder einer Gabel in die Kartoffelmitte stechen. Gleitet das Besteck mühelos hinein, sind die Kartoffeln perfekt gegart. Die Außenseiten sollten deutlich gebräunt und knusprig sein, während das Innere weich und cremig bleibt. Bei Bedarf noch 5 bis 10 Minuten länger backen.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Ein professioneller Trick für noch knusprigere Ergebnisse: die Kartoffeln nach dem Einschneiden für 10 Minuten in kaltes Wasser legen. Dadurch wird überschüssige Stärke ausgewaschen, was zu einer besseren Krossheit führt. Anschließend gründlich trocken tupfen, bevor die Gewürzbutter aufgetragen wird. Wer intensiveren Geschmack wünscht, kann die Gewürzbutter bereits am Vortag zubereiten und im Kühlschrank ziehen lassen, damit sich die Aromen optimal entfalten.

Weinbegleitung für Hasselback-Kartoffeln

Als Beilage harmonieren diese Kartoffeln mit verschiedenen Weinen, je nach Hauptgericht. Zu Geflügel oder hellem Fleisch passt ein trockener Riesling aus der Pfalz oder ein Grauburgunder hervorragend. Die leichte Säure dieser Weine schneidet durch die Butter und hebt die Kräuteraromen. Bei rotem Fleisch empfiehlt sich ein Spätburgunder aus Baden oder ein Dornfelder, deren Fruchtigkeit die Röstnoten der Kartoffeln unterstreicht. Für eine alkoholfreie Alternative bietet sich ein Apfel-Kräuter-Schorle an.

Zusätzliche Info

Die Hasselback-Kartoffel verdankt ihren Namen dem Stockholmer Restaurant Hasselbacken, wo sie 1953 erstmals serviert wurde. Der Koch Leif Elisson kreierte diese besondere Zubereitungsart, die ursprünglich hasselbackspotatis genannt wurde. Die Technik verbreitete sich rasch in ganz Skandinavien und eroberte später die internationale Gastronomie. In Deutschland gewann das Gericht in den 1990er-Jahren an Popularität, als die neue nordische Küche zum Trend wurde. Heute gilt es als Symbol für kreative, handwerkliche Kochkunst, die aus einfachen Zutaten etwas Besonderes macht. Die Methode funktioniert übrigens auch mit Süßkartoffeln, Rote Bete oder Kürbis und eröffnet damit vielfältige kulinarische Möglichkeiten.

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