Wenn draußen der Regen gegen die Scheiben prasselt und graue Wolken den Himmel verhüllen, sehnt sich der Gaumen nach einem Hauch von Exotik. Dieses hähnchen-ananas-curry verspricht genau das: eine kulinarische Reise in tropische Gefilde, die Wärme und Sonnenschein auf den Teller bringt. Die Kombination aus zartem Geflügel, süßer Ananas und aromatischen Gewürzen macht dieses Gericht zu einem wahren Stimmungsaufheller. Perfekt für alle, die dem tristen Alltag entfliehen möchten, ohne das Haus zu verlassen.
Diese Kreation vereint die Frische asiatischer Küche mit der Cremigkeit eines klassischen Currys. Das Besondere: die Balance zwischen süß und würzig, die durch die Ananas entsteht. Curry – eine Gewürzmischung aus verschiedenen Komponenten wie Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel und Chili – verleiht dem Gericht seine charakteristische goldene Farbe und den unverwechselbaren Geschmack.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. vorbereitung des hähnchens
Schneidet die hähnchenbrustfilets in mundgerechte würfel von etwa zwei zentimetern kantenlänge. Diese größe ist ideal, damit das fleisch gleichmäßig gart und die würze gut aufnehmen kann. Legt die fleischwürfel beiseite und würzt sie leicht mit salz und pfeffer. Mundgerecht – eine größe, die bequem mit einer gabel aufgenommen und verzehrt werden kann, ohne schneiden zu müssen. Dieser schritt mag simpel erscheinen, doch die gleichmäßige größe der stücke ist entscheidend für ein perfektes garergebnis.
2. ananas vorbereiten
Öffnet die dose mit der ananas und gießt den saft in eine separate schüssel – werft ihn nicht weg, denn er verleiht dem curry später eine wunderbare süße. Schneidet die ananasstücke in kleinere würfel, falls sie zu groß sind. Die ananas sollte etwa die gleiche größe wie die hähnchenstücke haben, damit sich die aromen harmonisch verbinden können. Die tropische frucht bringt nicht nur süße, sondern auch eine leichte säure mit, die das curry ausbalanciert.
3. gewürzmischung vorbereiten
In einer kleinen schüssel mischt ihr das ingwerpulver, knoblauchpulver, zwiebelpulver, kurkuma und paprikapulver zusammen. Diese vorbereitung mag wie ein zusätzlicher schritt wirken, doch sie ermöglicht es euch, die gewürze später schnell und gleichmäßig einzuarbeiten, ohne dass etwas anbrennt. Mise en place – ein französischer küchenausdruck, der bedeutet, alle zutaten vorzubereiten und bereitzustellen, bevor man mit dem eigentlichen kochen beginnt. Profis schwören darauf, und ihr werdet verstehen warum.
4. hähnchen anbraten
Erhitzt zwei esslöffel pflanzenöl in einem wok oder einer großen pfanne bei mittlerer bis hoher hitze. Wenn das öl leicht zu schimmern beginnt, ist es bereit. Gebt die hähnchenwürfel hinein und bratet sie unter gelegentlichem wenden etwa fünf bis sechs minuten an, bis sie rundherum eine goldbraune farbe bekommen. Das fleisch muss noch nicht vollständig durchgegart sein, da es später im curry weitergart. Nehmt das hähnchen aus der pfanne und legt es beiseite. Dieser schritt versiegelt die fleischsäfte und sorgt für eine appetitliche textur.
5. currypaste anrösten
Gebt den restlichen esslöffel öl in dieselbe pfanne. Fügt die currypaste hinzu und röstet sie etwa eine minute unter ständigem rühren an. Dieser vorgang nennt sich tempern – das erhitzen von gewürzen in fett, wodurch sich ihre ätherischen öle lösen und ihr aroma voll entfaltet wird. Die paste sollte duften und ihre farbe leicht intensivieren, aber nicht anbrennen. Dieser moment ist entscheidend für die geschmackstiefe des gesamten gerichts.
6. gewürze einarbeiten
Streut eure vorbereitete gewürzmischung über die currypaste und rührt alles etwa 30 sekunden kräftig durch. Die gewürze sollten sich mit der paste verbinden und einen herrlich aromatischen duft verströmen. Dieser schritt verstärkt die komplexität des currys und sorgt dafür, dass jede komponente ihren platz im geschmacksprofil findet. Achtet darauf, dass nichts am pfannenboden ansetzt.
7. kokosmilch hinzufügen
Gießt nun die kokosmilch in die pfanne und rührt alles gut um, damit sich die gewürze gleichmäßig verteilen. Die kokosmilch bildet die cremige grundlage eures currys. Fügt auch das gemüsebrühepulver, die sojasauce, den zucker und etwa 100 milliliter des ananas-safts hinzu. Bringt die mischung zum köcheln. Köcheln – ein sanftes sieden bei niedriger hitze, bei dem kleine bläschen an die oberfläche steigen, aber die flüssigkeit nicht heftig sprudelt. Diese methode verhindert, dass die kokosmilch ausflockt.
8. hähnchen und ananas hinzufügen
Gebt das angebratene hähnchen zurück in die pfanne und fügt die ananaswürfel hinzu. Rührt alles vorsichtig um, damit sich die zutaten mit der sauce verbinden. Reduziert die hitze auf mittlere stufe und lasst das curry etwa 20 bis 25 minuten sanft köcheln. Rührt gelegentlich um, damit nichts am boden ansetzt. Das hähnchen sollte vollständig durchgegart sein und die sauce leicht eindicken. Die ananas wird weicher und gibt ihre süße an die sauce ab.
9. abschmecken und verfeinern
Probiert das curry und schmeckt es mit salz, pfeffer und limettensaft ab. Der limettensaft bringt frische und hebt alle aromen hervor – er ist das geheimnis vieler asiatischer gerichte. Falls das curry zu dickflüssig geworden ist, könnt ihr etwas wasser oder den restlichen ananassaft hinzufügen. Sollte es zu dünn sein, lasst es noch einige minuten ohne deckel weiterköcheln. Die konsistenz sollte sämig sein und das fleisch umhüllen, ohne zu flüssig zu wirken.
10. cashewkerne hinzufügen
Kurz vor dem servieren hebt ihr die gerösteten cashewkerne unter das curry. Sie sorgen für einen angenehmen knusprigen kontrast zur cremigen sauce und fügen eine nussige note hinzu. Bewahrt ein paar cashews zum garnieren auf. Die nüsse sollten nicht zu lange mitkochen, da sie sonst ihre knackige textur verlieren würden. Dieser letzte handgriff macht aus einem guten curry ein hervorragendes.
Tipp vom Chefkoch
Ein profi-tipp für noch mehr geschmackstiefe: röstet die cashewkerne selbst in einer trockenen pfanne an, bis sie duften und leicht bräunen. Das intensiviert ihr aroma enorm. Außerdem könnt ihr einen teil der kokosmilch durch kokoscreme ersetzen, um eine noch cremigere konsistenz zu erhalten. Wenn ihr frischen koriander zur hand habt, streut ihn gehackt über das fertige gericht – er bringt eine wunderbare frische mit. Falls euch das curry nicht scharf genug ist, fügt eine prise chiliflocken oder etwas sambal oelek hinzu. Wichtig: schmeckt immer erst am ende ab, da sich die aromen während des kochens noch entwickeln.
die richtige weinbegleitung zum curry
Zu diesem aromatischen curry empfiehlt sich ein halbtrockener riesling aus Deutschland. Seine fruchtige säure und die leichte restsüße harmonieren perfekt mit der kokosmilch und der ananas-süße. Alternativ passt ein gewürztraminer aus dem Elsass hervorragend, da seine exotischen noten die gewürze des currys unterstreichen.
Wer lieber bier trinkt, sollte zu einem wheat beer – einem weizenbier – greifen. Seine fruchtigen esternoten und die leichte süße ergänzen das gericht wunderbar. Für alkoholfreie optionen eignet sich ein ingwer-limonaden-mix oder ein gekühlter jasmintee, der die asiatischen aromen aufgreift, ohne mit ihnen zu konkurrieren.
Zusätzliche Info
Das curry, wie wir es heute kennen, hat eine faszinierende geschichte. Obwohl der begriff aus dem indischen raum stammt, haben verschiedene kulturen ihre eigenen interpretationen entwickelt. Thailändische currys unterscheiden sich grundlegend von indischen: sie basieren auf frischen kräutern und gewürzpasten statt trockenen gewürzmischungen.
Die verbindung von hähnchen und ananas ist besonders in der thai-küche und der hawaiianischen küche verbreitet. In Thailand wird diese kombination als ausgleich zwischen den elementen verstanden: das warme hähnchen trifft auf die kühlende ananas. Die kokosmilch, ein grundpfeiler südostasiatischer küche, wurde erst im 19. jahrhundert in currys populär, als die verarbeitung von kokosnüssen industrialisiert wurde.
Interessanterweise war curry eines der ersten asiatischen gerichte, das in Europa populär wurde. Britische kolonialherren brachten die gewürzmischung aus Indien mit und passten sie dem europäischen geschmack an. Das gelbe curry, wie es in diesem rezept verwendet wird, gilt als die mildeste variante und ist daher perfekt für curry-einsteiger geeignet.



