Kein Grill nötig: So gelingt das perfekte Steak in der Heißluftfritteuse

Kein Grill nötig: So gelingt das perfekte Steak in der Heißluftfritteuse

Die Heißluftfritteuse revolutioniert die moderne Küche und erobert sich einen festen Platz in deutschen Haushalten. Was viele nicht wissen: Dieses vielseitige Gerät eignet sich hervorragend zur Zubereitung von perfekt gebratenen Steaks. Kein Grill, keine Rauchentwicklung in der Wohnung, keine aufwendige Reinigung – nur saftiges Fleisch mit aromatischer Kruste. Die heiße Umluft sorgt für eine gleichmäßige Garung von allen Seiten, während die hohe Temperatur jene begehrte Maillard-Reaktion auslöst, bei der sich die köstlichen Röstaromen entwickeln. Ob medium rare, medium oder well done: Mit der richtigen Technik gelingt das Steak in der Heißluftfritteuse genauso gut wie auf dem Grill oder in der Pfanne. Diese Methode eignet sich besonders für alle, die in einer Wohnung ohne Balkon leben oder bei schlechtem Wetter nicht draußen grillen möchten. Zudem bleibt die Küche sauber, da kein Fettspritzen entsteht.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Steaks vorbereiten

Nehmt die Steaks mindestens 30 Minuten vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank. Fleisch sollte immer Raumtemperatur haben, bevor es gegart wird, damit es gleichmäßig durchgart. Tupft die Steaks mit Küchenpapier gründlich trocken. Dieser Schritt ist entscheidend, denn nur trockenes Fleisch entwickelt eine schöne Kruste. Feuchtigkeit verhindert die Karamellisierung, also die Bräunung der Fleischoberfläche, die für den intensiven Geschmack sorgt.

2. Gewürzmischung herstellen

Mischt in einer kleinen Schüssel das Meersalz, den frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer, das Knoblauchpulver, den getrockneten Rosmarin, den Thymian und das Paprikapulver. Diese Gewürzmischung verleiht den Steaks ein wunderbares Aroma. Ihr könnt die Mischung auch in größerer Menge vorbereiten und in einem verschlossenen Glas aufbewahren. So habt ihr immer eine perfekte Steak-Würze griffbereit.

3. Steaks würzen

Bestreicht beide Seiten der Steaks dünn mit Olivenöl. Das Öl hilft den Gewürzen, am Fleisch zu haften und unterstützt die Krustenbildung. Reibt nun die Gewürzmischung gleichmäßig auf beiden Seiten in das Fleisch ein. Drückt die Gewürze leicht an, damit sie gut haften bleiben. Seid nicht zu sparsam mit der Würzung – ein Teil der Gewürze wird während des Garprozesses verloren gehen.

4. Heißluftfritteuse vorheizen

Heizt die Heißluftfritteuse auf 200 Grad Celsius vor. Das Vorheizen dauert etwa 3 bis 5 Minuten und ist wichtig, damit die Steaks sofort bei hoher Temperatur garen können. Eine heiße Garfläche sorgt dafür, dass sich die Poren des Fleisches schnell schließen und die Säfte im Inneren bleiben. Manche Geräte haben eine spezielle Vorheizfunktion, nutzt diese, falls vorhanden.

5. Steaks in die Heißluftfritteuse legen

Legt die Steaks nebeneinander in den Korb der Heißluftfritteuse. Achtet darauf, dass sie sich nicht überlappen und zwischen den Steaks etwas Platz bleibt. Die heiße Luft muss von allen Seiten zirkulieren können, damit die Steaks gleichmäßig garen. Wenn eure Heißluftfritteuse klein ist, bereitet die Steaks lieber nacheinander zu, statt sie zu stapeln.

6. Erste Garphase

Gart die Steaks bei 200 Grad Celsius für 6 Minuten. Diese erste Phase sorgt für die Krustenbildung auf der Unterseite. Öffnet während dieser Zeit nicht den Garraum, damit die Temperatur konstant bleibt. Die hohe Hitze versiegelt die Fleischoberfläche und sorgt für jene appetitliche Bräunung, die wir alle an einem perfekten Steak lieben.

7. Steaks wenden

Öffnet vorsichtig die Heißluftfritteuse und wendet die Steaks mit einer Küchenzange. Verwendet niemals eine Gabel zum Wenden, denn damit würdet ihr das Fleisch anstechen und wertvolle Säfte würden austreten. Das Steak sollte bereits eine schöne braune Kruste auf der ersten Seite entwickelt haben. Wenn nicht, verlängert die Garzeit um 1 bis 2 Minuten.

8. Zweite Garphase

Schließt die Heißluftfritteuse undgart die Steaks weitere 4 bis 6 Minuten, je nach gewünschtem Gargrad. Für medium rare rechnet mit insgesamt 10 Minuten Garzeit, für medium 12 Minuten und für well done etwa 14 Minuten. Diese Zeiten gelten für Steaks mit einer Dicke von etwa 2 bis 2,5 Zentimetern. Dickere Steaks benötigen entsprechend länger.

9. Kerntemperatur prüfen

Überprüft die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer. Stecht dazu in die dickste Stelle des Steaks. Für medium rare sollte die Temperatur bei 52 bis 55 Grad Celsius liegen, für medium bei 56 bis 60 Grad und für well done bei über 65 Grad. Das Thermometer ist das zuverlässigste Hilfsmittel, um den perfekten Gargrad zu erreichen. Mit etwas Übung entwickelt ihr ein Gefühl dafür.

10. Steaks ruhen lassen

Nehmt die Steaks aus der Heißluftfritteuse und legt sie auf ein Holzbrett oder einen vorgewärmten Teller. Deckt sie locker mit Alufolie ab und lasst sie 5 Minuten ruhen. Dieser Schritt ist absolut entscheidend und darf nicht übersprungen werden. Während der Ruhezeit verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig im gesamten Steak. Würdet ihr sofort anschneiden, würden die Säfte auslaufen und das Fleisch wäre trocken. Die Kerntemperatur steigt während der Ruhezeit noch um etwa 2 bis 3 Grad an.

11. Servieren

Nach der Ruhezeit sind die Steaks bereit zum Servieren. Schneidet sie bei Bedarf gegen die Faser in Scheiben. Das bedeutet, ihr schneidet quer zu den sichtbaren Muskelfasern, was das Fleisch zarter macht. Serviert die Steaks sofort, solange sie noch warm sind. Eine Scheibe Kräuterbutter auf dem heißen Steak schmilzt wunderbar und gibt zusätzliches Aroma.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere Kruste könnt ihr die Steaks nach dem Garen kurz in einer sehr heißen Pfanne von beiden Seiten anbraten. Diese Technik nennt sich Reverse Searing und kombiniert die schonende Garung in der Heißluftfritteuse mit der intensiven Hitze der Pfanne. Verwendet dafür eine gusseiserne Pfanne und erhitzt sie stark, bevor ihr die Steaks für jeweils 30 Sekunden pro Seite hineinlegt. Ein weiterer Tipp: Mariniert die Steaks nicht zu lange im Voraus, denn Säure in Marinaden kann die Fleischstruktur verändern und es zäh machen. Maximal 2 Stunden reichen völlig aus. Wenn ihr gefrorene Steaks verwenden möchtet, taut sie langsam im Kühlschrank auf, niemals bei Raumtemperatur oder in der Mikrowelle.

Weinbegleitung zum perfekten Steak

Zu einem kräftigen Steak passt ein vollmundiger Rotwein hervorragend. Ein französischer Bordeaux aus der Region Médoc oder ein argentinischer Malbec harmonieren perfekt mit dem intensiven Fleischgeschmack. Die Tannine im Rotwein verbinden sich mit den Proteinen des Fleisches und schaffen ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Wer es etwas leichter mag, greift zu einem Pinot Noir aus dem Burgund oder einem Tempranillo aus Spanien.

Für Bierliebhaber empfiehlt sich ein dunkles Lagerbier oder ein kräftiges Porter. Die malzigen Aromen ergänzen die Röstaromen des Steaks wunderbar. Ein belgisches Dubbel oder ein deutsches Schwarzbier sind ebenfalls ausgezeichnete Begleiter.

Zusätzliche Info

Das Steak in der Heißluftfritteuse zuzubereiten, ist eine relativ neue Technik, die sich in den letzten Jahren etabliert hat. Die Heißluftfritteuse wurde ursprünglich entwickelt, um frittierte Speisen mit weniger Fett zuzubereiten, doch kreative Köche entdeckten schnell ihr Potenzial für andere Gerichte.

Die Methode basiert auf dem Prinzip der Konvektion, bei der heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit um das Gargut zirkuliert. Dies sorgt für eine gleichmäßige Hitzeverteilung und eine knusprige Oberfläche. Im Gegensatz zum traditionellen Grillen oder Braten in der Pfanne entsteht kein Rauch, was besonders in Wohnungen von Vorteil ist.

Interessanterweise liegt die Kerntemperatur eines perfekten medium rare Steaks bei etwa 54 Grad Celsius, während die Außentemperatur während des Bratens weit über 150 Grad erreicht. Diese Temperaturdifferenz zu kontrollieren, ist die Kunst des Steak-Bratens. Die Heißluftfritteuse macht dies durch ihre präzise Temperaturregelung besonders einfach.

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