Der pan di limone siciliano verkörpert die Essenz der sizilianischen Backkunst: sonnenverwöhnt, aromatisch und von unwiderstehlicher Leichtigkeit. Dieser traditionelle Zitronenkuchen aus Süditalien besticht durch seine saftige Textur und die intensive Zitrusnote, die jeden Bissen zu einer mediterranen Geschmacksreise macht. Die Verwendung von sizilianischen Zitronen, die für ihr besonders intensives Aroma bekannt sind, verleiht diesem Gebäck seinen charakteristischen Geschmack. In der italienischen Patisserie gilt dieser Kuchen als Klassiker, der sowohl zum Nachmittagskaffee als auch als eleganter Abschluss eines Menüs serviert wird. Die Zubereitung erfordert keine professionellen Fähigkeiten, sondern lediglich hochwertige Zutaten und etwas Geduld beim Rühren des Teiges.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Form und des Ofens
Den Backofen auf 170 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kastenform mit weicher Butter gründlich ausstreichen und anschließend mit etwas Mehl bestäuben. Dadurch löst sich der Kuchen später problemlos aus der Form. Diese Technik nennt man ausbuttern und ausmehlieren, eine klassische Methode in der Patisserie, die verhindert, dass der Teig an der Form kleben bleibt.
2. Trockene Zutaten vorbereiten
Das Mehl, Backpulver und eine Prise Salz in eine Schüssel sieben. Das Sieben sorgt dafür, dass keine Klümpchen im Teig entstehen und der Kuchen eine luftige Struktur erhält. Die getrocknete Zitronenschale fein zerbröseln und unter die Mehlmischung heben. Alles gut vermischen und beiseite stellen.
3. Butter und Zucker aufschlagen
Die weiche Butter mit dem Zucker und Vanillezucker in eine große Rührschüssel geben. Mit dem Handrührgerät etwa 5 Minuten auf höchster Stufe cremig schlagen, bis die Masse hell und luftig wird. Diese Technik nennt man aufschlagen und sie ist entscheidend für die lockere Konsistenz des Kuchens. Die Butter sollte Zimmertemperatur haben, damit sie sich optimal mit dem Zucker verbindet.
4. Eier einarbeiten
Die Eier einzeln nacheinander zur Butter-Zucker-Masse geben. Nach jedem Ei etwa eine Minute weiterrühren, bis es vollständig eingearbeitet ist. Wichtig ist, dass du zwischen den Eiern wartest, damit die Masse nicht gerinnt. Die Emulsion, also die Verbindung von Fett und Flüssigkeit, muss stabil bleiben für ein perfektes Ergebnis.
5. Zitronenaroma hinzufügen
Den konzentrierten Zitronensaft und die Tropfen Zitronenöl zur Eimasse geben und kurz unterrühren. Das Zitronenöl verstärkt das Aroma zusätzlich und verleiht dem Kuchen seine typisch sizilianische Note. Achte darauf, nicht zu lange zu rühren, sonst verliert die Masse an Volumen.
6. Mehl unterheben
Die Mehlmischung in drei Portionen zur flüssigen Masse geben. Mit einem Teigschaber oder Schneebesen vorsichtig von unten nach oben unterheben. Diese Technik nennt man unterheben und sie verhindert, dass die Luftbläschen aus der Masse entweichen. Rühre nur so lange, bis keine Mehlstreifen mehr sichtbar sind, aber nicht länger.
7. Teig in die Form füllen
Den fertigen Teig gleichmäßig in die vorbereitete Kastenform füllen. Mit dem Teigschaber die Oberfläche glatt streichen und die Form leicht auf die Arbeitsfläche klopfen, damit eventuelle Luftblasen entweichen. Der Teig sollte die Form zu etwa zwei Dritteln füllen, da er beim Backen noch aufgeht.
8. Backen
Die Form auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben und etwa 50 Minuten backen. Nach 30 Minuten die Oberfläche mit Backpapier abdecken, falls sie zu dunkel wird. Der Kuchen ist fertig, wenn ein Holzstäbchen in die Mitte gestochen trocken wieder herauskommt. Diese Stäbchenprobe ist die zuverlässigste Methode, um den Garzustand zu überprüfen.
9. Abkühlen lassen
Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und 10 Minuten in der Form ruhen lassen. Dann vorsichtig auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen. Das Auskühlen auf einem Gitter verhindert, dass sich Feuchtigkeit am Boden sammelt und der Kuchen durchweicht.
10. Zitronenglasur zubereiten
Während der Kuchen abkühlt, den Puderzucker mit 2 Esslöffeln Zitronensaft und einem Tropfen Zitronenöl verrühren, bis eine dickflüssige Glasur entsteht. Die Konsistenz sollte zähflüssig sein, damit sie langsam am Kuchen herunterläuft. Bei Bedarf mehr Zitronensaft oder Puderzucker hinzufügen, um die richtige Konsistenz zu erreichen.
11. Glasur auftragen
Den vollständig abgekühlten Kuchen mit der Zitronenglasur überziehen. Mit einem Backpinsel oder Löffel die Glasur gleichmäßig verteilen und an den Seiten herunterlaufen lassen. Die Glasur benötigt etwa 30 Minuten zum Trocknen. Für eine besonders elegante Optik kannst du zusätzlich etwas getrocknete Zitronenschale über die noch feuchte Glasur streuen.
Tipp vom Chefkoch
Für ein noch intensiveres Zitronenaroma kannst du den ausgekühlten Kuchen vor dem Glasieren mit einem Zitronensirup tränken. Dazu 50 ml Wasser mit 50 g Zucker aufkochen, abkühlen lassen und mit einem Esslöffel Zitronensaft mischen. Mit einer Gabel kleine Löcher in den Kuchen stechen und den Sirup langsam darüber träufeln. Diese Technik nennt man tränken und sie macht den Kuchen besonders saftig und aromatisch. Der Kuchen hält sich luftdicht verpackt bis zu 5 Tage und schmeckt am zweiten Tag oft noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu entfalten.
Perfekte Begleitung zum sizilianischen Zitronenkuchen
Zu diesem mediterranen Gebäck passt hervorragend ein Limoncello, der traditionelle italienische Zitronenlikör aus Süditalien. Die Zitrusnoten des Likörs harmonieren perfekt mit dem Kuchen und unterstreichen seinen sizilianischen Charakter. Alternativ empfiehlt sich ein Prosecco, dessen feine Perlage und fruchtige Noten eine elegante Ergänzung bilden. Für eine alkoholfreie Variante ist ein frisch aufgebrühter Espresso die klassische Wahl, da die Bitterkeit des Kaffees wunderbar mit der Süße des Kuchens kontrastiert. Ein Zitronenverbene-Tee oder ein Bergamotte-Earl-Grey unterstreichen die Zitrusaromen zusätzlich und sorgen für ein rundum stimmiges Geschmackserlebnis.
Zusätzliche Info
Der pan di limone hat seine Wurzeln in der sizilianischen Tradition, wo Zitronen seit Jahrhunderten kultiviert werden. Die berühmten Zitronen aus der Region um Syrakus und Catania gelten als die aromatischsten der Welt und sind seit 2011 als Limone di Siracusa IGP geschützt. Ihre dicke, ölige Schale und das intensive Aroma machen sie zur perfekten Zutat für diesen Kuchen. In Sizilien wird dieser Kuchen traditionell zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Taufen oder religiösen Festen serviert. Die Zitrone symbolisiert in der italienischen Kultur Reinheit und Frische. Historisch gesehen waren Zitronenhaine auf Sizilien ein Zeichen von Wohlstand, da die Früchte im 18. und 19. Jahrhundert als Luxusgut galten. Heute ist der pan di limone fester Bestandteil der sizilianischen Kaffeehaus-Kultur und wird in jeder pasticceria angeboten. Die Rezeptur variiert von Familie zu Familie, wobei manche Bäcker zusätzlich Mandeln oder Ricotta in den Teig einarbeiten.



