Die Buchteln mit Vanillesauce gehören zu den beliebtesten süßen Hauptgerichten der österreichischen und böhmischen Küche. Diese fluffigen Hefekugeln aus dem Ofen begeistern seit Generationen Familien und Feinschmecker gleichermaßen. Traditionell werden die goldbraun gebackenen Hefeteigbällchen warm serviert und mit einer samtigen Vanillesauce übergossen. Das Besondere an diesem Klassiker liegt in der Kombination aus luftig-weichem Teig und der aromatischen Sauce, die jeden Bissen zu einem wahren Genuss macht.
Ursprünglich als Resteverwertung gedacht, haben sich Buchteln zu einem eigenständigen Gericht entwickelt, das sowohl als Dessert als auch als süße Hauptmahlzeit serviert wird. Die Zubereitung erfordert etwas Geduld, doch das Ergebnis entschädigt für jeden Aufwand. Mit dieser klassischen Rezeptur gelingen die Hefekugeln garantiert und bringen ein Stück traditioneller Backkunst in Ihre Küche.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Hefeteig vorbereiten
Das Mehl in eine große Schüssel sieben und in der Mitte eine Mulde formen. Die frische Hefe hineinbröckeln und mit einem Esslöffel Zucker sowie etwas lauwarmer Milch verrühren. Diesen Vorteig – eine erste Aktivierung der Hefe – etwa 15 minuten an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt, dass die Hefe aktiv arbeitet und der Teig später schön aufgehen wird.
2. Hauptteig kneten
Den restlichen Zucker, die weiche Butter, die Eigelbe, das Salz, die Zitronenschale und die übrige lauwarme Milch zum Vorteig geben. Alles zunächst mit einem Holzlöffel verrühren, dann etwa 8 bis 10 minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und leicht glänzen. Falls er zu klebrig ist, etwas Mehl hinzufügen. Mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60 minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
3. Teigkugeln formen
Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und kurz durchkneten, um die Luft herauszudrücken. Den Teig in 12 gleichgroße Stücke teilen – am besten mit einer Küchenwaage für gleichmäßige Ergebnisse. Jedes Stück zu einer glatten Kugel formen, indem man die Ränder nach unten zur Mitte zieht. Die Oberseite sollte schön gespannt sein, damit die Buchteln beim Backen gleichmäßig aufgehen.
4. Buchteln in die Form setzen
Eine ofenfeste Auflaufform großzügig mit Butter ausstreichen. Die Teigkugeln mit der glatten Seite nach oben dicht nebeneinander in die Form setzen. Sie sollten sich leicht berühren, damit sie beim Backen zusammenwachsen und schön fluffig bleiben. Mit einem Küchentuch abdecken und weitere 20 minuten gehen lassen. Den Backofen auf 180 grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen.
5. Buchteln backen
Die restliche geschmolzene Butter vorsichtig über die Teigkugeln träufeln. Die Form in den vorgeheizten Ofen schieben und die Buchteln etwa 25 minuten backen, bis sie goldbraun sind. Die Oberfläche sollte appetitlich glänzen und beim Klopfen hohl klingen. Aus dem Ofen nehmen und kurz in der Form abkühlen lassen.
6. Vanillesauce zubereiten
Während die Buchteln backen, die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und das Mark herauskratzen. Die Milch mit der Vanilleschote und dem Mark in einem Topf erhitzen, aber nicht kochen lassen. In einer separaten Schüssel die Eigelbe mit dem Zucker schaumig schlagen. Die Speisestärke unterrühren. Die heiße Vanillemilch langsam unter ständigem Rühren zu den Eigelben gießen, um ein Stocken – das vorzeitige Gerinnen der Eier – zu verhindern.
7. Sauce vollenden
Die Mischung zurück in den Topf gießen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Sauce eindickt und cremig wird. Dies dauert etwa 5 bis 7 minuten. Die Sauce sollte einen Kochlöffel überziehen, darf aber nicht kochen. Die Vanilleschote entfernen. Die fertige Sauce warm halten oder bei Bedarf kurz vor dem Servieren wieder erwärmen.
Tipp vom Chefkoch
Für besonders fluffige Buchteln ist die richtige Teigkonsistenz entscheidend. Der Teig sollte weich und geschmeidig sein, aber nicht zu klebrig. Falls er an den Händen klebt, einfach die Hände leicht bemehlen statt mehr Mehl in den Teig zu geben. Ein zu fester Teig ergibt trockene Buchteln. Achten Sie auch darauf, dass alle Zutaten Raumtemperatur haben, damit die Hefe optimal arbeiten kann. Die Gehzeit sollte nicht verkürzt werden, denn nur so entwickelt der Teig sein volles Aroma und die typische luftige Struktur. Wenn Sie die Buchteln am Vortag vorbereiten möchten, können Sie den Teig nach dem ersten Gehen über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag einfach auf Raumtemperatur bringen, formen und wie beschrieben weiterverarbeiten.
Traditionelle Getränkebegleitung
Zu den süßen Buchteln mit Vanillesauce passt hervorragend ein Glas kalte Milch oder ein milder Schwarztee. In Österreich wird traditionell auch ein Hagebuttentee oder Früchtetee serviert, der die Süße der Buchteln ausgleicht. Für Erwachsene bietet sich ein süßer Dessertwein wie ein österreichischer Trockenbeerenauslese an, dessen Aromen wunderbar mit der Vanille harmonieren.
Eine weitere klassische Begleitung ist Kompott – eingekochtes Obst – aus Zwetschgen oder Aprikosen, das zusätzlich zur Vanillesauce gereicht wird und einen fruchtigen Kontrast bietet.
Zusätzliche Info
Die Buchteln stammen ursprünglich aus Böhmen und haben sich von dort über die gesamte österreichisch-ungarische Monarchie verbreitet. Der Name leitet sich vom altdeutschen Wort Bühtel ab, was so viel wie kleine Erhebung oder Hügel bedeutet – eine treffende Beschreibung für die runden Hefekugeln.
Traditionell wurden Buchteln mit Powidl – einem dicken Pflaumenmus – gefüllt, doch die klassische Variante ohne Füllung, nur mit Vanillesauce serviert, hat sich als eigenständiges Gericht etabliert. In manchen Regionen kennt man sie auch unter dem Namen Wuchtel oder Ofennudeln.
Besonders in Wien und Prag gehören Buchteln zur traditionellen Mehlspeisenküche und werden in vielen Gasthäusern als süße Hauptspeise angeboten. Sie galten lange als Arme-Leute-Essen, da sie aus einfachen, günstigen Zutaten bestehen und sehr sättigend sind. Heute schätzt man sie als Komfortfood, das Kindheitserinnerungen weckt und an gemütliche Familienessen erinnert.



