Der klassische Blechkuchen gehört zur deutschen Kaffeetafel wie die Butter aufs Brot. An jedem Sonntagnachmittag verwandeln sich Küchen in duftende Backstuben, wenn dieser traditionelle Kuchen im Ofen seine goldbraune Farbe annimmt. Die Besonderheit liegt in seiner unkomplizierten Zubereitung und der Tatsache, dass er viele Gäste gleichzeitig glücklich macht.
Während aufwendige Torten mit mehreren Schichten und komplizierter Dekoration oft nur erfahrenen Bäckern gelingen, ist der Blechkuchen – ein flacher Kuchen, der auf einem rechteckigen Backblech gebacken wird – auch für Anfänger ein sicherer Erfolg. Die großzügige Fläche bietet Platz für kreative Beläge, und das Ergebnis lässt sich mühelos in gleichmäßige Stücke schneiden.
Diese Variante mit Streuseldecke und saftiger Füllung vereint alles, was einen perfekten Sonntagskuchen ausmacht: butterweichen Teig, fruchtige Süße und knusprige Streusel. Der Duft, der während des Backens durchs Haus zieht, weckt Kindheitserinnerungen und schafft eine gemütliche Atmosphäre.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. den teig vorbereiten
Nehmt die butter rechtzeitig aus dem kühlschrank, damit sie weich wird. Das ist wichtig, denn nur weiche butter lässt sich gut verarbeiten. Gebt 300 gramm mehl, 100 gramm zucker, 1 päckchen vanillezucker, eine prise salz und 150 gramm butter in eine schüssel. Verknetet alles mit den händen zu einem krümeligen teig. Dieser mürbeteig – ein teig, der durch hohen fettanteil besonders zart wird – bildet die basis eures kuchens.
2. das blech vorbereiten
Heizt den backofen auf 180 grad celsius vor. Legt euer backblech mit backpapier aus, sodass keine ecke unbedeckt bleibt. Das verhindert, dass der kuchen am blech festklebt. Verteilt zwei drittel des krümeligen teigs gleichmäßig auf dem blech und drückt ihn mit den händen fest. Achtet darauf, dass keine lücken entstehen und der teig überall gleich dick ist.
3. die marmeladenschicht auftragen
Erwärmt die aprikosenmarmelade kurz in einem topf oder in der mikrowelle, bis sie streichfähig wird. Verteilt sie gleichmäßig auf dem teigboden und lasst dabei etwa einen zentimeter rand frei. Die warme marmelade lässt sich viel leichter verstreichen als kalte. Wenn ihr keine aprikosenmarmelade mögt, funktionieren auch pflaumenmus oder himbeermarmelade wunderbar.
4. die streusel herstellen
Für die streusel verarbeitet ihr das restliche drittel des teigs mit 100 gramm mehl, 100 gramm zucker, 1 päckchen vanillezucker und 100 gramm butter zu groben streuseln. Reibt alles zwischen den händen, bis ungleichmäßige krümel entstehen. Perfekte streusel sind unterschiedlich groß – das macht sie besonders knusprig. Verteilt die streusel großzügig über die marmelade und streut die mandelblättchen darüber.
5. backen und abkühlen lassen
Schiebt das blech auf die mittlere schiene des vorgeheizten ofens. Backt den kuchen etwa 40 minuten, bis die streusel goldbraun sind. Öffnet die ofentür während des backens nicht, sonst fällt der teig zusammen. Macht nach 35 minuten die stäbchenprobe – ein test, bei dem man einen holzspieß in den kuchen sticht: bleibt kein teig am spieß kleben, ist der kuchen fertig. Lasst ihn vollständig auf dem blech auskühlen, bevor ihr ihn schneidet.
6. den kuchen portionieren
Schneidet den abgekühlten kuchen mit einem scharfen messer in gleichmäßige rechtecke. Ein klassisches backblech ergibt etwa 15 bis 20 stücke, je nachdem wie groß ihr sie mögt. Reinigt das messer zwischen den schnitten mit einem feuchten tuch, dann werden die kanten besonders sauber. Die stücke lassen sich nun einfach vom blech heben.
Tipp vom Chefkoch
Wenn der teig zu trocken erscheint und nicht zusammenhält, fügt esslöffelweise kalte milch hinzu. Ist er zu klebrig, arbeitet etwas mehr mehl ein. Die konsistenz sollte krümelig sein, aber beim drücken zusammenhalten. Ein weiterer tipp: bereitet den teig einen tag vorher zu und bewahrt ihn im kühlschrank auf – das macht ihn noch mürber. Für eine schokoladige variante ersetzt 50 gramm mehl durch kakao. Wer es weniger süß mag, reduziert die zuckermenge um ein viertel. Der kuchen hält sich in einer blechdose etwa fünf tage frisch.
die passende begleitung zum blechkuchen
Zum sonntagskaffee passt am besten ein milder filterkaffee, der die süße des kuchens nicht überdeckt. Brüht ihn nicht zu stark auf, damit er den geschmack der aprikosen und mandeln zur geltung bringt. Alternativ harmoniert ein schwarzer tee mit einem schuss milch wunderbar mit den butternoten der streusel.
Für kinder oder gäste, die keinen kaffee mögen, ist kakao eine ausgezeichnete wahl. Auch ein apfelsaft oder eine fruchtschorle ergänzen den kuchen geschmacklich perfekt. Im sommer schmeckt dazu ein gekühlter eistee erfrischend.
Zusätzliche Info
Der blechkuchen hat in deutschland eine lange tradition, die bis ins 19. jahrhundert zurückreicht. Damals wurden sonntags große bleche gebacken, um die ganze familie und oft auch nachbarn zu bewirten. Die rechteckige form ermöglichte es, viele portionen aus einem teig zu zaubern – praktisch und wirtschaftlich zugleich.
Besonders in schwaben und bayern entwickelte sich eine vielfältige blechkuchenkultur mit regionalen varianten. Während im süden obstbeläge mit zwetschgen oder äpfeln beliebt waren, bevorzugte man im norden eher streuselkuchen mit pudding. Der streuselkuchen – ein kuchen mit krümeliger decke aus butter, mehl und zucker – gilt als klassiker der deutschen backstube.
Die tradition des sonntagskaffees, bei dem kuchen serviert wird, prägt bis heute das gesellschaftliche leben. Zwischen 15 und 17 uhr versammeln sich familien, um bei kaffee und kuchen die woche revue passieren zu lassen. Der blechkuchen symbolisiert gemütlichkeit und zusammengehörigkeit.



