Kassler mit Sauerkraut im Backofen: bequem & unkompliziert, dafür umso aromatischer

Kassler mit Sauerkraut im Backofen: bequem & unkompliziert, dafür umso aromatischer

Kassler mit Sauerkraut im Backofen ist ein echter Klassiker der deutschen Hausmannskost, der durch seine unkomplizierte Zubereitung besticht. Während der Kassler (gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch) im Ofen sanftgart, entwickelt das Sauerkraut sein volles Aroma und wird herrlich zart. Diese Methode spart Zeit am Herd und sorgt für ein intensives Geschmackserlebnis, das die ganze Familie begeistert.

Der große Vorteil dieser Ofenmethode liegt in der gleichmäßigen Hitzeverteilung, die das Fleisch saftig hält und dem Sauerkraut Zeit gibt, seine Säure perfekt zu entwickeln. Mit wenigen Handgriffen entsteht ein herzhaftes Gericht, das sowohl an Wochentagen als auch zu besonderen Anlässen überzeugt.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Ofens und der Zutaten

Den Backofen auf 160 Grad Celsius Umluft vorheizen. Die Zwiebeln schälen und in feine Ringe schneiden. Das Sauerkraut in einem Sieb abtropfen lassen und dabei etwas von der Flüssigkeit auffangen, falls das Kraut später zu trocken wird. Den Kassler unter kaltem Wasser abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen.

2. Anbraten des Fleisches

In einem Bräter die Butter bei mittlerer Hitze auf dem Herd schmelzen lassen. Den Kassler von allen Seiten jeweils 2 bis 3 Minuten goldbraun anbraten. Dieser Schritt sorgt für Röstaromen (karamellisierte Oberfläche, die dem Fleisch Tiefe verleiht) und versiegelt die Fleischporen, damit der Saft im Inneren bleibt. Das Fleisch anschließend aus dem Bräter nehmen und beiseite stellen.

3. Zubereitung der Sauerkrautbasis

Im selben Bräter die Zwiebelringe glasig dünsten, bis sie weich und leicht gebräunt sind. Das Sauerkraut hinzufügen und gut mit den Zwiebeln vermischen. Die Wacholderbeeren leicht andrücken, damit sie ihr Aroma freigeben, und zusammen mit den Lorbeerblättern, dem Kümmel, einer Prise Pfeffer und dem Zucker unter das Kraut rühren. Der Zucker mildert die Säure des Sauerkrauts und sorgt für eine harmonische Balance.

4. Ablöschen und Schichten

Mit dem Weißwein ablöschen und kurz aufkochen lassen, damit der Alkohol verdampft. Die Gemüsebrühe hinzufügen und alles gut verrühren. Eine Hälfte des Sauerkrauts gleichmäßig im Bräter verteilen, den Kassler darauf legen und mit dem restlichen Sauerkraut bedecken. Sogart das Fleisch geschützt und nimmt die Aromen des Krauts optimal auf.

5. Garen im Backofen

Den Deckel auf den Bräter setzen und das Gericht für 90 Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben. Nach 60 Minuten einmal kontrollieren, ob noch genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Falls das Kraut zu trocken wirkt, etwas von der aufgefangenen Sauerkrautflüssigkeit oder zusätzliche Brühe nachgießen. Die Kerntemperatur des Fleisches sollte am Ende etwa 70 Grad Celsius betragen.

6. Ruhen lassen und servieren

Den Bräter aus dem Ofen nehmen und das Fleisch noch 5 Minuten zugedeckt ruhen lassen. Dadurch verteilen sich die Säfte gleichmäßig im Fleisch. Den Kassler in Scheiben schneiden und auf vorgewärmten Tellern mit dem Sauerkraut anrichten. Die Lorbeerblätter vor dem Servieren entfernen.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Wenn du möchtest, dass dein Sauerkraut noch aromatischer wird, füge einen geschälten und geriebenen Apfel hinzu. Er gibt eine fruchtige Note und macht das Kraut bekömmlicher. Für eine rustikalere Variante kannst du auch geräucherten Speck in kleinen Würfeln mit den Zwiebeln anbraten. Falls du keinen Weißwein verwenden möchtest, ersetze ihn durch die gleiche Menge Apfelsaft, der ebenfalls eine angenehme Säure mitbringt.

Passende Getränke zum Kassler mit Sauerkraut

Zu diesem herzhaften Gericht passt ein trockener Riesling aus dem Rheingau oder der Pfalz hervorragend. Seine frische Säure harmoniert perfekt mit der Würze des Sauerkrauts und schneidet die Fettigkeit des Fleisches angenehm durch.

Wer Bier bevorzugt, greift am besten zu einem Pilsner oder einem hellen Lagerbier, das mit seiner Hopfennote und Spritzigkeit eine klassische Begleitung zur deutschen Küche darstellt. Auch ein Schwarzbier mit seinen malzigen Röstaromen bildet einen interessanten Kontrast zum rauchigen Kassler.

Zusätzliche Info

Der Kassler verdankt seinen Namen dem Berliner Fleischermeister Cassel, der im 19. Jahrhundert diese Zubereitungsart populär machte. Das leicht gepökelte und geräucherte Schweinefleisch wurde ursprünglich entwickelt, um Fleisch länger haltbar zu machen, bevor es Kühlschränke gab.

Die Kombination mit Sauerkraut ist tief in der deutschen Küchentradition verwurzelt. Sauerkraut liefert nicht nur Vitamin C, das besonders in den Wintermonaten wichtig war, sondern macht durch seine Milchsäurebakterien auch schwere Fleischgerichte bekömmlicher. Diese Fermentation (natürlicher Gärungsprozess, bei dem Zucker in Milchsäure umgewandelt wird) war eine der ältesten Konservierungsmethoden.

Heute ist Kassler mit Sauerkraut ein beliebtes Sonntagsessen, das in vielen Regionen Deutschlands mit unterschiedlichen Beilagen serviert wird. In Norddeutschland bevorzugt man Kartoffelpüree, während in Süddeutschland oft Semmelknödel dazu gereicht werden.

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