Rezept: Bandnudeln mit Rosenkohl und Parmesan

Rezept: Bandnudeln mit Rosenkohl und Parmesan

Die kalte Jahreszeit bringt nicht nur frostige Temperaturen, sondern auch eine Fülle an schmackhaftem Wintergemüse auf unsere Teller. Rosenkohl, oft unterschätzt und von vielen gemieden, erlebt derzeit eine kulinarische Renaissance in deutschen Küchen. In Kombination mit Bandnudeln – breiten, flachen Teigwaren – und dem würzigen Aroma von Parmesan entsteht ein Gericht, das sowohl Tradition als auch moderne Geschmacksvorlieben vereint. Diese Komposition aus nussigem Gemüse, seidigen Nudeln und herzhaftem Käse überzeugt selbst kritische Esser und verwandelt den oft verkannten Rosenkohl in einen wahren Genuss. Das Rezept besticht durch seine Einfachheit und die harmonische Balance der Aromen, die sich während der Zubereitung entfalten.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Rosenkohls

Beginne damit, den Rosenkohl gründlich unter fließendem Wasser zu waschen. Entferne die äußeren welken Blätter und schneide die Strunkenden ab. Halbiere die Röschen der Länge nach – dies verkürzt die Garzeit und sorgt dafür, dass die Aromen besser eindringen können. Bei besonders großen Exemplaren kannst du sie auch vierteln. Lege die vorbereiteten Rosenkohlhälften beiseite.

2. Knoblauch und Parmesan vorbereiten

Schäle die Knoblauchzehen und schneide sie in feine Scheiben. Reibe den Parmesan mit einer Reibe – einem Küchengerät zum Zerkleinern von Käse – in feine Späne. Bewahre etwa ein Drittel des geriebenen Käses für die finale Dekoration auf. Wasche die Zitrone heiß ab und presse den Saft aus. Diese Vorbereitungen ermöglichen dir später ein zügiges und stressfreies Kochen.

3. Rosenkohl anbraten

Erhitze eine große Pfanne bei mittlerer bis hoher Hitze und gib das Olivenöl hinein. Sobald das Öl heiß ist, lege die Rosenkohlhälften mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne. Dieser Schritt ist entscheidend: Das Anbraten auf der Schnittfläche erzeugt köstliche Röstaromen – Geschmacksstoffe, die durch die Bräunung entstehen – und eine leicht karamellisierte Oberfläche. Brate den Rosenkohl etwa fünf bis sechs Minuten an, ohne ihn zu bewegen, damit sich eine goldbraune Kruste bildet. Wende die Röschen anschließend und brate sie weitere drei Minuten.

4. Rosenkohl fertig garen

Füge nun die Knoblauchscheiben zur Pfanne hinzu und brate sie kurz mit an, bis sie duften. Gieße die Gemüsebrühe in die Pfanne und reduziere die Hitze auf mittlere Stufe. Decke die Pfanne mit einem Deckel ab und lasse den Rosenkohl etwa acht bis zehn Minuten köcheln, bis er weich ist, aber noch einen leichten Biss behält. Würze mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und einer Prise geriebener Muskatnuss. Die Muskatnuss verleiht dem Gericht eine warme, leicht süßliche Note, die hervorragend zum Rosenkohl passt.

5. Pinienkerne rösten

Während der Rosenkohl gart, erhitze eine kleine Pfanne ohne Fett und röste die Pinienkerne darin unter ständigem Rühren. Dieser Vorgang dauert nur zwei bis drei Minuten – sei aufmerksam, denn die Kerne verbrennen schnell. Sobald sie goldbraun sind und nussig duften, nimm sie sofort aus der Pfanne und stelle sie beiseite. Geröstete Pinienkerne bringen eine wunderbare Textur und einen intensiven Geschmack in das fertige Gericht.

6. Bandnudeln kochen

Bringe einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen. Das Wasser sollte so salzig schmecken wie Meerwasser – dies ist wichtig, damit die Nudeln von innen heraus gewürzt werden. Gib die Bandnudeln ins kochende Wasser und koche sie nach Packungsanweisung al dente – mit leichtem Biss. Frische Bandnudeln benötigen meist nur drei bis vier Minuten, getrocknete etwa acht bis zehn Minuten. Schöpfe vor dem Abgießen etwa eine Tasse des Nudelwassers ab – dieses stärkehaltige Wasser ist ein Geheimtipp für eine cremige Sauce.

7. Alles zusammenführen

Gieße die Bandnudeln durch ein Sieb ab und gib sie direkt in die Pfanne zum Rosenkohl. Füge die Butter hinzu und schwenke alles gut durch. Gib nach und nach etwas vom aufbewahrten Nudelwasser hinzu, bis eine leicht cremige Konsistenz entsteht. Die Stärke aus dem Nudelwasser verbindet sich mit der Butter und dem Parmesan zu einer seidigen Sauce. Rühre zwei Drittel des geriebenen Parmesans unter und schmecke mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer ab. Die Zitrone bringt Frische und hebt die Aromen hervor.

8. Anrichten und servieren

Verteile die Bandnudeln mit Rosenkohl auf vorgewärmte Teller oder eine große Servierplatte. Bestreue das Gericht großzügig mit dem restlichen Parmesan und den gerösteten Pinienkernen. Ein letzter Spritzer Olivenöl und einige Umdrehungen aus der Pfeffermühle verleihen dem Gericht den letzten Schliff. Serviere sofort, solange alles noch heiß ist und der Käse leicht zu schmelzen beginnt.

Gisela

Tipp vom Chefkoch

Um dem Rosenkohl eine noch intensivere Geschmacksnote zu verleihen, kannst du ihn nach dem Halbieren für zehn Minuten in Eiswasser legen – dies mildert eventuelle Bitterstoffe ab. Alternativ kannst du geräucherten Speck in kleine Würfel schneiden und zusammen mit dem Knoblauch anbraten, was dem Gericht eine herzhafte, rauchige Komponente verleiht. Wenn du keine Pinienkerne zur Hand hast, eignen sich auch gehackte Walnüsse oder Mandeln hervorragend als Alternative. Für eine vegane Variante ersetze den Parmesan durch Hefeflocken oder veganen Hartkäse und verwende pflanzliche Butter. Das Gericht lässt sich auch wunderbar mit anderen Kohlsorten wie Wirsing oder Schwarzkohl zubereiten. Achte darauf, dass der Rosenkohl nicht zu lange kocht, da er sonst seine schöne grüne Farbe verliert und matschig wird. Die perfekte Konsistenz ist erreicht, wenn die Röschen außen goldbraun und innen zart, aber noch bissfest sind.

Weinempfehlung für ein winterliches Nudelgericht

Zu diesem aromatischen Gericht mit Rosenkohl und Parmesan empfiehlt sich ein Weißburgunder aus Baden oder der Pfalz. Die feinen Nussaromen und die mittlere Säure dieses Weins harmonieren perfekt mit dem leicht bitteren Rosenkohl und dem würzigen Parmesan. Alternativ passt auch ein Chardonnay mit dezenter Holznote, der die Röstaromen des Rosenkohls unterstreicht. Für Rotweinliebhaber bietet sich ein leichter Spätburgunder an, dessen samtige Textur und rote Fruchtaromen einen interessanten Kontrast zum Gericht bilden. Wer einen italienischen Wein bevorzugt, greift zu einem Soave Classico aus dem Veneto – seine Mineralität und Frische ergänzen die cremige Pasta-Sauce ideal. Die Trinktemperatur sollte bei Weißweinen zwischen acht und zehn Grad liegen, beim Rotwein bei etwa vierzehn Grad.

Zusätzliche Info

Rosenkohl, botanisch Brassica oleracea var. gemmifera, ist eine Zuchtform des Gemüsekohls, die vermutlich im 16. Jahrhundert in Belgien entstand. Die kleinen Röschen wachsen spiralförmig an einem hohen Stängel und werden traditionell nach dem ersten Frost geerntet, da die Kälte ihre Bitterstoffe abbaut und sie süßer macht. In Deutschland gehört Rosenkohl seit dem 19. Jahrhundert zu den beliebten Wintergemüsen und erlebt aktuell eine Renaissance in der modernen Küche. Bandnudeln, auch Tagliatelle oder Pappardelle genannt, stammen aus der norditalienischen Küche, besonders aus der Emilia-Romagna. Ihre breite, flache Form ist ideal, um Saucen aufzunehmen und bietet eine wunderbare Textur. Die Kombination von italienischer Pasta mit regionalem Wintergemüse zeigt, wie zeitgenössische Küche Traditionen verschiedener Kulturen verbindet. Ernährungsphysiologisch punktet dieses Gericht durch den hohen Vitamin-C-Gehalt des Rosenkohls, der sogar höher ist als bei Orangen. Zudem liefert das Gemüse Ballaststoffe, Folsäure und sekundäre Pflanzenstoffe, die gesundheitsfördernd wirken. Der Parmesan steuert hochwertiges Protein und Kalzium bei, während die Pinienkerne gesunde Fette und Mineralstoffe beisteuern.

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