Die schnellen Buchteln aus Dinkel erobern derzeit die heimischen Backstuben und das aus gutem Grund. Diese traditionellen Hefebrötchen – kleine, mit Füllung versehene Hefeteigbällchen – werden in der Backform besonders weich und fluffig. Der Dinkel verleiht ihnen eine nussige Note und macht sie bekömmlicher als ihre Weizenvariante. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld beim Gehen des Teigs, doch das Ergebnis überzeugt selbst kritische Genießer. Perfekt zum Frühstück, als Dessert oder zum Kaffee – diese Buchteln passen zu jeder Tageszeit und lassen sich wunderbar vorbereiten.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung des Hefeteigs
Die Milch in einem kleinen Topf leicht erwärmen, bis sie lauwarm ist – etwa 37 Grad sind ideal. Die Temperatur lässt sich mit dem Finger prüfen: die Milch sollte sich angenehm warm, aber nicht heiß anfühlen. Die warme Milch in eine große Schüssel geben, die Trockenhefe und einen Teelöffel Zucker einrühren. Etwa 10 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Dies zeigt, dass die Hefe aktiv ist und zu arbeiten beginnt.
2. Teig kneten und ruhen lassen
Das Dinkelmehl in die Schüssel mit der Hefemischung sieben. Den restlichen Zucker, die weiche Butter in kleinen Stücken, das Ei, das Vanillezucker-Päckchen und die Prise Salz hinzufügen. Mit den Knethaken der Küchenmaschine oder mit den Händen etwa 8 bis 10 Minuten zu einem geschmeidigen, elastischen Teig verarbeiten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben. Falls er zu klebrig ist, esslöffelweise etwas Mehl hinzufügen. Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
3. Teig portionieren und formen
Den aufgegangenen Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und vorsichtig entgasen – das bedeutet, die Luft sanft herauszudrücken. Den Teig in 9 gleich große Portionen teilen, jede etwa 80 bis 90 Gramm schwer. Jedes Teigstück zu einer Kugel formen und mit dem Nudelholz zu einem Kreis von etwa 10 Zentimeter Durchmesser ausrollen. Die Ränder sollten etwas dünner sein als die Mitte.
4. Buchteln füllen und verschließen
In die Mitte jedes Teigkreises einen gehäuften Teelöffel Pflaumenmus geben. Die Ränder nach oben zur Mitte ziehen und fest zusammendrücken, sodass die Füllung vollständig eingeschlossen ist. Die Verschlussstelle sollte gut versiegelt sein, damit beim Backen keine Füllung austritt. Die gefüllten Buchteln mit der Nahtseite nach unten auf die Arbeitsfläche legen und nochmals vorsichtig zu einer schönen Kugel formen.
5. Form vorbereiten und Buchteln einsetzen
Die quadratische Backform großzügig mit Butter einfetten, auch die Seitenwände nicht vergessen. Die 20 Gramm Butter für die Form schmelzen und den Boden damit bepinseln. Die geformten Buchteln mit der Nahtseite nach unten nebeneinander in die Form setzen. Sie sollten sich leicht berühren, aber nicht gequetscht werden. Zwischen den Buchteln bleibt etwa ein halber Zentimeter Platz. Die Form mit einem Küchentuch abdecken und nochmals 30 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.
6. Backen der Buchteln
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die restliche geschmolzene Butter über die aufgegangenen Buchteln pinseln. Die Form auf der mittleren Schiene etwa 25 Minuten backen, bis die Buchteln goldbraun sind. Falls sie zu dunkel werden, mit Alufolie abdecken. Die Buchteln sind fertig, wenn sie beim Klopfen auf die Oberfläche hohl klingen und sich die einzelnen Stücke leicht voneinander lösen lassen.
7. Fertigstellung und Servieren
Die gebackenen Buchteln aus dem Ofen nehmen und etwa 5 Minuten in der Form abkühlen lassen. Dann vorsichtig aus der Form stürzen oder einzeln herausnehmen. Den Puderzucker durch ein feines Sieb über die noch warmen Buchteln stäuben. Am besten schmecken sie lauwarm, wenn die Füllung noch leicht flüssig ist und der Teig seine maximale Fluffigkeit erreicht hat.
Tipp vom Chefkoch
Der Schlüssel zu besonders weichen Buchteln liegt in der richtigen Gehzeit. Lassen sie den Teig wirklich die volle Zeit ruhen, auch wenn es verlockend ist, den Prozess zu beschleunigen. Ein warmer Ort ist ideal – stellen sie die Schüssel beispielsweise auf die Heizung oder in den leicht angewärmten Backofen bei 30 Grad. Dinkelteig ist etwas empfindlicher als Weizenteig und sollte nicht zu stark geknetet werden, da er sonst zäh wird. Die Buchteln lassen sich auch mit anderen Füllungen wie Mohn, Nougat oder Aprikosenkonfitüre zubereiten. Für eine vegane Variante pflanzliche Milch, Margarine und Ei-Ersatz verwenden. Übrig gebliebene Buchteln können eingefroren und bei Bedarf im Backofen wieder aufgewärmt werden.
Die passende Begleitung
Zu den süßen Dinkel-Buchteln passt hervorragend ein klassischer Milchkaffee oder ein Cappuccino. Die Röstaromen des Kaffees harmonieren wunderbar mit der nussigen Note des Dinkels und der fruchtigen Süße des Pflaumenmus. Alternativ bietet sich ein Schwarztee mit Vanillenote an, der die Süße der Buchteln nicht überdeckt, sondern ergänzt. Für Kinder oder am Abend eignet sich eine heiße Schokolade oder ein Kakao mit Zimt. In Österreich, der Heimat der Buchteln, werden sie traditionell mit einem Glas süßem Dessertwein wie einem Spätlese-Riesling serviert.
Zusätzliche Info
Die Buchteln stammen ursprünglich aus der böhmischen Küche und haben sich von dort aus in ganz Österreich und Süddeutschland verbreitet. Der Name leitet sich vermutlich vom tschechischen Wort buchta ab, was so viel wie Kuchen bedeutet. Traditionell wurden Buchteln als Resteverwertung gebacken, wenn vom Brotteig etwas übrig blieb. Die klassische Füllung bestand aus Pflaumenmus, auch Powidl genannt, das in der österreichisch-ungarischen Monarchie weit verbreitet war. In Wien kennt man die Spezialität auch als Wuchtel oder Ofennudel. Die besondere Zubereitungsmethode, bei der die Teigstücke eng nebeneinander in der Form backen, sorgt dafür, dass sie sich gegenseitig stützen und besonders hoch aufgehen. Dadurch entsteht die charakteristische weiche, fluffige Konsistenz. Dinkel als Urgetreide erlebt derzeit eine Renaissance in der modernen Backstube, da er als bekömmlicher gilt und einen höheren Eiweißgehalt als Weizen aufweist.



